sticheleien

 diese sticheleien müssen nicht wortlos hingenommen werden, positive wie negative reaktionen darauf sind mir willkommen, ich möchte aber kein diskussionsforum eröffnen, in dem kraut und rüben vermischt daherkommen. bitte schreiben sie mir: karl.mittlinger@gmx.at 

 

Papst Franziskus – ein marxistischer Befreiungstheologe?

Unter dem vormaligen Chef der Glaubenskongregation, Joseph Kardinal Ratzinger, hätte ein südamerikanischer Theologe, der Wortmeldungen à la Papst Franziskus abgegeben hätte, wohl mit einer gröberen Bestrafung rechnen müssen. Und – wer erinnert sich nicht an die vergebliche Unterwerfungsgeste von Ernesto Cardenal bei Papst Johannnes Paul II ?

Gutmenschen

Selig, die Armen im Geiste; denn ihnen gehört das Himmelreich (Mt 5,3)

Heute würde Jesus wohl sagen:

Selig, die Gutmenschen.

 

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Olivier Estoppes, Tag des Zorns, Spoerrigarten

tag des zorns 

nennt olivier estoppes seine Installation im spoerrigarten  in der toskana. drei gänsehirten treiben trommelnd ihre schar vor sich her. nach der lektüre von michel houellebecqs „unterwerfung“ (vgl. meine gedanken in „erlesenes“) ist nachdenklichkeit angebracht … (5.3.2015)

abstruse heilslehren

angeregt durch einen artikel im neuen PROFIL (siehe unten) gehören den esoterischen heilslehren, aber auch ganz allgemein dem wunderglauben und hier auch den auswüchsen in der katholischen kirche ein paar nadelstiche versetzt. man denke an den peinlichen umstand, dass zu einer heiligsprechung noch immer wunder gefordert werden.  und sei es auch nur die wundersame heilung von krampfadern (nichts gegen diese, sie können fürchterlich schmerzen) oder pubertäre visionen von jugendlichen, die angeblich die madonna gesehen haben (mag ja sein, gegen einbildung ist kein kraut gewachsen)… in der antike mussten herausragende menschen, wie etwa mose oder jesus, durch wunder beglaubigt werden, möglichst wunderliche, wie totenerweckungen (für ein paar monate oder jahre – und dann geht es wieder ans sterben?) oder gar der stillstand der sonne oder die aufstauung des meeres zum durchzug der israeliten. wir können solche und andere „wunder“ nur als fromme erzählungen (mythen) begreifen, es wäre ja geradezu peinlich, würde ein gott sich zu so was hergeben, einen solchen gott kann es nicht geben, das ist die verständliche reaktion heutiger menschen und ich schließe mich da selbstverständlich an.

und nun meine empfehlung:

der artikel von alwin schönberger im profil vom 24. 2. 2015 „Reizthema Impfen: Der Hang zu abstrusen Heilslehren“ gehört unbedingt dazu. siehe Profil

 

„Je suis Charlie“

Natürlich bin ich Charly, seit meiner Studienzeit, als mich alle so nannten, aber das ist ein banaler Kalauer.

Aber bin ich Charlie Hebdo und solidarisiere ich mich mit den Ermordeten von Paris?

Ja und nochmals ja, wenn es um Ermordete geht, schon nicht mehr so sicher, wenn es darum geht, ob die Freiheit der Kunst alles darf. So lange es um Gott, JHWH oder Allah geht, habe ich auch keine Probleme, denn das, was ich unter Gott verstehe, kann nicht beleidigt werden, mein Gottesbegriff steht weit über solchen menschlichen Konstruktionen, denen solche Atttribute wie Beleidigtsein etwas anhaben kann. Wäre ja ein jämmerlicher Gott, den eine Karikatur, ein Fluch oder eine Blasphemie zusetzen könnte.

Wohl aber gebe ich zu bedenken, dass religiöse Gefühle von Menschen durch gotteslästerliche Äußerungen in ihrem tiefsten Inneren verletzt werden können. Weil sie ein unaufgeklärtes Gottesbild haben und zwischen Gottesbild und Gott nicht unterscheiden (können). Religiöse Gefühle gehören zu den intimsten, niemand wird es dulden, wenn die Mutter oder die Partnerin als Hure verunglimpft wird – natürlich auch aus der Sicht einer Frau auf einen geliebten Mann bezogen. Genauso tief gehen religiöse Gefühle.

Letztlich geht es ja gar nicht um die schrecklichen Islamisten, die ihren Allah für ihre terroristischen Angriffe auf die westliche, konsum-versessene, ständig kolonialisierende Welt instrumentalisieren. Es geht, seien wir ehrlich, um den Koran, um die Scharia und die Hadithen, die Auslegungen der Lehren Muhammads.

Gegen sie wird polemisiert, weil sie in ihren uns zugänglichen und täglich erfahrbaren Erscheinungsformen inhuman, undemokratisch, frauenfeindlich, rassistisch usw. sind. Und da muss ich deutlich werden: gleichlautende Äußerungen stehen auch in der Bibel! Und nicht nur im sog. Alten Testament, das ist ja so ein christliches Falschspiel, alles Üble steht im Alten Testament und das Neue ist das gute, menschenfreundliche. Christen zeichnet ein erhebliches Verdrängungspotential aus. Ich kann mich hier nicht verbreitern. Fest steht, dass alle monotheistischen Religionen ein unglaubliches Aggressionspotential in sich bergen, dass man als auserwähltes Volk (erster, zweiter oder dritter Wahl) zur Hybris neigt und sich als Schatzerl Gottes stilisiert, das die großen Brüder dann in die Zisterne werfen, um dem Mythos auch noch ein Lebensrecht zu geben.

Wir, die wir uns zu den monotheistischen Religionen bekennen, tragen diesen Teufelskeim der Verderbnis in uns! Und es verwundert nicht, dass sich zunehmend viele Menschen aus diesem Teufelskreis befreien.